Ende einer schönen Zeit

Sonntag, 15.06.2014

Meine letzten zwei Wochen sind vorbei. Vom 2.6. bis zum 15.6. war ich nochmal auf einer Farm wwoofen, in Kerikeri im Northland. Mit dabei: Alex, der host, Gregor, der zweite deutsche wwoofer, Elise, eine wwooferin aus Frankreich und Tom, die streichelsüchtige Katze. Über die fast zwei Wochen hatten wir unterschiedliche Aufgaben. Jeden Morgen ging es mit dem Traktor raus, um den ca 300 Bullen Heu zu geben. Anfangs erforderte es noch etwas Konzentration, sich neben dem Heuballen und zwei Hunden, die einen ständig abschlecken wollen, auf dem Anhänger des Traktors zu halten. Aber nach ein bisschen Übung muss man sich nicht mehr festkrallen, wenn der Traktor durch ein Loch rauscht. Sonstige Aufgaben waren Zaun streichen, Wäsche waschen, Schafe wiegen und die zu leichten kennzeichnen, sowie ihnen etwas gegen Würmer zu spritzen, Holz hacken / sägen, Unkraut jäten, Brokkoli umpflanzen, einen alten Zaun auseinandernehmen, Schafswolle pressen (zum Schafe scheren war ich leider zwei Wochen zu spät auf Alex's Farm), einen von den Bullen zerstörten Zaun wieder aufbauen, Gregor helfen, ein Dach zu bauen etc.

Außerdem durften wir mal zu einer Kuh- und Bullen-Auktion mit.

Als Freizeitbeschäftigung waren wir an einem Samstag Nachmittag bei nem Rugby-Spiel und haben uns am selben Abend in einer Bar das Rugby-Spiel der All Blacks, Neuseelands Nationalmannschaft, angeschaut. Eindeutig zu viel Rugby für mich an einem Tag. Ist zwar ein interessanter Sport, aber definitiv nicht mein Lieblingssport, einfach zu brutal, wie alle aufeinander zurennen und sich umschmeißen.. Weitere Freizeitaktivitäten waren zum Strand gehen zum Surfen oder auch ein Abend in natürlichen Hot pools.

Es war eine total interessante und lustige Zeit, man bekommt das Farmleben wirklich gut mit, blöderweise halt auch sowas ekliges wie an meinem letzten Tag auf der Farm, als einigen Bullen die Hörner abgeschnitten werden mussten... Das Schreien der Tiere werde ich glaub nicht so schnell vergessen..

Am Freitag habe ich (endlich) mein Auto verkauft bekommen - das ist ziemlich schwierig momentan, da ziemlich viele Backpacker heim gehen und ihr Auto verkaufen wollen, aber nicht so viele Backpacker ankommen, daher fehlt die Nachfrage und die Preise sinken gewaltig. Das widerum ermöglicht es den ganzen car dealern, günstig Autos zu kaufen und diese dann im Frühling ab September / Oktober wieder teurer zu verkaufen.

Alex's Haus hinterm Haus Gregor beim Heu ausfahren Heu mit lecker Schimmel dran... Bullen Elise und ich beim Heu ausfahren Schafe unter sich Baum :-D Matauri bay (surfen) Alex, Elise, ich und Gregor Rugby... Kuh-/Bullen-Auktion

Sonntag bin ich zurück nach Auckland gefahren, ungewohnt im Bus. Montag habe ich mein Bankkonto geschlossen und noch ein paar Sachen in der Stadt erledigt. Es ist wirklich komisch zu wissen, dass ich wohl nicht so schnell wieder in einen neuseeländischen Supermarkt gehen, mit neuseeländischen Dollar (oder mit der praktischen Eftpos-Karte) zahlen oder den moonwalk des grünen Ampelmännchens sehen werde.

Aber ich hatte eine wirklich supertolle Zeit hier, habe viel gesehen, gelernt und viele interessante Leute kennen gelernt. Morgen geht mein Flug nach Hause und die Reise ist zu ende.

 

Vielen Dank an euch alle, dass ihr meine Zeit im Blog mitverfolgt habt!!! Sobald ich meine Fotos sortiert habe, ist jeder herzlich willkommen, mehr Fotos als die im Blog verfügbaren anzuschauen :-)

 

Bis übermorgen in good old Germany :-) 

Coromandel und Northland

Montag, 02.06.2014

Nachdem mein Auto repariert war, konnte ich endlich meine Weiterreise antreten. Nach anderthalb tollen Tagen nochmal in Hamilton bei Peter und Doris habe ich mich am Samstag, 17.5., mit Aniko getroffen, einer Backpackerin aus Südbaden, mit der ich nun 13 supertolle Tage gereist bin. Samstag gings von Hamilton zum hot water beach. Dort sind heiße Wasseradern ziemlich direkt unter dem Sand, sodass man sich ein Loch buddeln kann (natürlich mit Schaufel, da man sich sonst die Hände verbrennt), kaltes Meerwasser mit rein fließen lässt und einen Naturspapool hat :-) unser Grabe-Versuche waren nicht so erfolgreich, dafür konnten wir in einen Nachbarpool sitzen. Abends im Hostel haben wir dann die nächsten Tage geplant, noch einen Film geschaut und sind dann schlafen gegangen.

pool hot water beach digging holes

Am Sonntag gings zur Cathedral Cove. Ein walkway hat uns dort hin geführt und wir konnten den Torbogen betrachten, bevor zwei komplett freche Möwen Anikos Plastikvespertüte aus dem Rucksack geklaut haben! :-D gegen Nachmittag sind wir nach Colville gefahren, wo wir auf der Colville Farm übernachtet haben. Da hier in Neuseeland touristisch durch die Jahreszeit immer weniger los ist, waren wir mit einem deutschen Ehepaar und Pascal, einem Kanadier, alleine - ziemlich relaxed.

walkway zur cathedral cove cathedral cove Strand

Montag sind Aniko, Pascal und ich gemeinsam zur Fletcher bay (26km gravel road --> über eine Stunde Fahrt), um den Coromandel coastal walkway zu laufen. Suuuuuperschöne Landschaft und auch das Wetter war, wie die letzten beiden Tage schon, amazing!

Dienstag sind wir den "best lookout track" auf dem Grundstück der colville farm gelaufen und dann nach Thames gefahren, um für den nächsten Tag keine zu weite Fahrt zu haben, denn am Mittwoch sind wir ins Northland aufgebrochen, die Region über Auckland. Das super Wetter, das eigentlich für Mitte / Ende Mai viel zu warm sei, hat uns an diesem Tag kurzfristig verlassen, da wir aber sowieso hauptsächlich im Auto saßen, haben die Regenschauer ab und zu auch nicht geschadet. In einem Minikaff sind wir in ein Hostel, das wir mal wieder für uns hatten. Pascal ist, wie auch die nächsten Tage, hinter uns her bzw mit uns mit gereist, hat super gepasst, wir waren eine tolle Gruppe. Nachdem wir auf dem kleinen Vulkan Tokatoka waren, wurde am Abend gemeinsam gekocht und gegessen und dann gepuzzlet. :-)

Donnerstag, 22.5., haben wir auf unserem Weg weiter in den Norden die riesigen Kauribäume angeschaut, die viele hundert oder gar tausend Jahre alt sind. Abends kamen wir in Ahipara an, wo wir im nächsten supercoolen Hostel unterkamen, der endless summer lodge.

Freitag gings für uns drei zum Cape Reinga, wo wir den pazifischen und tasmanischen Ozean aufeinandertreffen sahen. Auf dem Rückweg haben wir an der giant sand dune des 90 mile beach angehalten und waren sandboarden. Das ist soooo witzig! Mit einem board rast man auf dem Bauch vorwärts die Düne runter, kostet anfangs etwas Überwindung, aber es lohnt sich. Aus Angst sind wir erst einmal sitzend mit den Füßen voraus runter - blödste Entscheidung ever, da wir danach vom Bremsen den ganzen Sand im Gesicht hatten :-D

way up falsch gerutscht wird gleich bestraft :-D so isses richtig ;-)

Samstag waren wir im Wasser surfen - oder es zumindest probieren -, Sonntag gings bei strömendem Regen in die Bay of islands nach Paihia, was uns leicht enttäuscht hat. Die Stadt ist nicht sehr schön, die bay kann man mit einer 99 Dollar Bootstour erkunden, günstigere Angebote existieren nicht.

Montag waren wir Souvenirs kaufen und sind zu den Haruru falls gelaufen, Dienstag sind wir nach einem sonnigen Frühstück mit der Fähre nach Russel gefahren und haben dort das Wetter genossen. Nachmittags gings weiter nach Whangarei ins nächste süße Hostel, wo wir gekocht haben, ein Tischkicker duell hatten (selbst das ist in NZ andersrum! Man spielt in die andere Richtung!) und uns mit den anderen travellern aus Texas unterhalten haben.

Mittwoch standen die Abbey Caves auf dem Programm. Vom Hostel konnten wir Wasserschuhe, Helm und Stirnlampe ausleihen und sind losgelaufen zu den Höhlen, durch die wir klettern und durch eiskaltes Wasser laufen mussten. Ziemlich beeindruckend! Die letzte Höhle hätten wir ganz durchqueren können, aber wir wollten nicht durchs Wasser schwimmen und außerdem hat uns ein Opossum erschreckt - keine Ahnung wie das Tier in die Höhle gekommen ist!

Donnerstag gings bei Wolken erst in die Stadt und dann in die Matapouri bay, wo wir nochmal Strand genießen konnten.

Ja, und dann war Freitag, wir mussten nach Auckland, weil Aniko abends ihren Rückflug nach Deutschland hatte. Nach einem Abschiedskaffee hat sich unsere coole Dreierreisegruppe somit getrennt, ich habe Aniko zum Flughafen gebracht und bin in ein Hostel in Auckland gegangen.

most important picture: das letzte Gruppenfoto vorm NewWorld :-D

Nun beginnen meine letzten zwei Wochen in Neuseeland...

Sorry für die wenigen Bilder, aber das ist mir gerade zu anstrengend, die alle hochzuladen.. außerdem kann ich Anikos Bilder, von denen ich ziemlich viele hochladen wollte, aus irgendeinem Grund nicht uploaden und ich bin zu faul, nochmal alle meine Bilder durchzugehen.. gibts dann daheim.

wwoofing-Woche auf Johns Farm "Avonstour"

Samstag, 17.05.2014

Nach meiner ziemlich wolkig verregneten Fährüberfahrt zurück zur Nordinsel bin ich am Dienstag nach Stratford gefahren, wo ich meine Wwoofing-Stelle auf einer kleinen Farm antreten konnte :-) einige Kilometer außerhalb der Stadt befindet sich Johns Farm, auf der er Hühner, Schafe, Kühe, Ziegen, Pferde, Ponys, Alpakas, Tauben und Hunde beherbergt. Meine Aufgaben waren unter anderem Schweine und Vogelvieh füttern, Feuerholz holen / hacken, Pflanzen ins Beet pflanzen, Büsche zurechtschneiden, dabei helfen, Tiere auf die nächste Wiese zu treiben, Feijoas aufzulesen etc. Es war eine ziemlich coole Woche mit John, seiner Tochter Ila, ihrem Freund Regan, Ellen aus Auckland und Terry aus Irland.

Jeden Morgen um etwa halb fünf haben die blöden Hähne angefangen zu krähen, einer davon direkt vor meinem Fenster.. Man konnte zwar wieder einigermaßen einschlafen bis zum Weckerklingeln um acht, aber erholsam war der Schlaf nicht mehr wirklich. Halb neun gabs dann Frühstück und um neun wurde mit der Arbeit begonnen.

Die Hunde auf der Farm (Abbey, ihr zwei Monate alter Sohn Trevor, und die sieben Monate alte Min) sind ziemlich aktiv und vor allem halt die puppies haben noch nicht wirklich Erziehung und springen immer an einem hoch, wollen das Gesicht ablecken und so weiter. Ziemlich eklig, vor allem wenn sie kurz vorher noch nen Fleischknochen abgenagt haben..

Wie das halt auf einer Farm ist, wurde auch geschlachtet und dieses Fleisch dann gegessen. Schmeckt ganz schön anders als das aus dem Supermarkt, aber meiner Meinung irgendwie nicht besser. Gewöhnungsbedürftig.

Auch gewöhnungsbedürftig sind die Knochen, die überall auf dem Gelände rumliegen. Als lecker würde ich das nicht bezeichnen, wenn man immer wieder so nem halben Schafschädel am Boden begegnet.

Sonntag Nachmittag nach getaner Arbeit wollte ich mit Ellen zu einem Riesentunnel fahren, von dem Ila uns erzählt hat. Somit stiegen wir in mein Auto: Und dann.. Na toll.. 37 Tage vor meinem Abflug heim nach Deutschland springt mein Auto nicht mehr an.. War ja klar, dass mir das passieren muss :-( Ila versteht ein bisschen was von Autos und hat sich das mal angeschaut, aber leider nix gefunden. Der nächste Plan war dann, das Auto mit Johns Wagen am Montag in die Stadt zur Werkstatt zu ziehen, bis wir erfahren haben, dass man Automatikautos nicht auf längere Strecke ziehen darf. Somit wurde ich am Dienstag Mittag von einem Ladeauto abgeholt, ab zur Werkstatt. Freut mich riesig, so mein Geld zu "investieren".. Donnerstag hatten sie das Auto repariert und idh konnte endlich meine eigentlixh für Montag geplante Weiterreise antreten :-) 

main house Ausblick über die Farm Ausblick Ausblick Wecker Min Farmbewohner Ferkel mein Zimmer Streifenkuh Alpakas Mount Taranaki mit Wolken Mount Taranaki ohne Wolken

Byebye Südinsel

Samstag, 03.05.2014

Nach meinem sonnigen Stewart Island Abenteuer ging es weiter die Südküste der Südinsel Richtung Osten entlang. Eine wundervolle Region wartet dort - "welcome to the Catlins". Die Felsen, das Meer, gigantisch! Selbst das wolkige und teilweise regnerische Wetter konnten der Region den Reiz nicht nehmen. Am Leuchtturm von Waipapa, am Slope Point, dem südlichsten Punkt der Südinsel und in der Curio bay konnte ich das kraftvolle Wasser bestaunen.

Lighthouse Slop Point Wasser Abstand zu den Pinguinen halten (wenn denn welche da sind...) mehr Wasser Wasserfall Nugget Point ja, willkommen...

Mein Versuch, Gelbaugenpinguine zu sehen, ist leider nicht geglückt, habe - genauso wie etwa 100 andere Menschen - etwa anderthalb Stunden vergeblich in der Curio bay gewartet. Am nächsten Tag gings weiter zu den Mc Lean Falls, noch mehr Wasserfällen und zum Nugget Point, wo viele kleine Felsen vor der Küste im Wasser liegen (sehr, sehr windig dort!). Nächster Stopp war Dunedin, das gehört garantiert nicht zu meinen Lieblingsstädten! Alles voll mit Einbahnstraßen, schlimmer als Basel; kostenfrei parken, um ins isite zu gehen und Informationen zu holen, ist Fehlanzeige. Habe mir die botanischen Gärten angeschaut, bis es angefangen hat zu regnen und war anschließend mal wieder im Warehouse shoppen (u.a. dünne Handschuhe, weil es hier doch manchmal echt frisch wird).

Karfreitag war ein sehr aufregender Tag: meine Reise hat mich in Richtung Norden nach Oamaru geführt. Wind und Sturm haben mich stets begleitet. Nachdem ich mir die Moeraki Boulders angeschaut habe, konnte ich nicht mehr sehr lange fahren, bis ich in einen Stau kam. Anderthalb Stunden stand ich da, habe zwischenzeitlich erfahren, dass 15km weiter die Straße überflutet ist, daher der Stau. Dann kamen immer mehr Autos zurück und irgendwann wurden wir informiert, dass die Straße frühestens abends um sechs wieder öffnet, da gerade zusätzlich zum Regen noch die Flut reinkommt. Supi... Habe mir dann überlegt, dass ich bei dem Wetter lieber nicht auf nen Campingplatz möchte, sondern wieder nach Dunedin fahre, wo ich einen in-house-Schlafplatz hätte. Blöd nur, dass auf dem Weg in die andere Richtung inzwischen die Straße auch überflutet ist und wir somit eingesperrt sind, was bedeutet: Campingplatz suchen. Der erste, den ich angefahren habe, stand unter Wasser, beim zweiten hatte ich Glück - und zudem war der Platz auch noch total cool - klar, wird ja auch von nem Schweizer aus Basel geführt ;-) abends habe ich dann mit den unterschiedlichsten Leuten aus NZ, Australien, Norwegen etc geredet, die auch vom Wasser überrascht wurden.

Moeraki Boulders

Nach einer wohl sehr windigen Nacht (habe ich nicht mitbekommen, schlafe wie ein Stein...) ohne große Regenfälle konnte ich mich am nächsten Tag auf die Weiterreise begeben. Die Straße wurde wohl um Mitternacht wieder geöffnet, trotzdem waren noch große Pfützen am Straßenrand und die Wiesen an den Seiten waren komplett unter Wasser. Endlich in Oamaru angekommen habe ich mir das historische Viertel dort angeschaut, mich mit den alten Leuten unterhalten, die da schon ihr ganzes Leben wohnen und auch nicht weg wollen. Abends habe ich den nächsten Pinguin-Seh-Versuch gestartet. Einer hat sich sogar erbarmt, supersüß auf dem Bauch aus dem Wasser zu schwimmen, aufzustehen und schnell vor der nächsten Welle wegzulaufen. Joa, mehr hat man dann auch nicht gesehen.. Die gute Frau neben mir aus England war ganz enttäuscht, aber was will man machen..

Nur ein Pinguin, aber dafür ein wundervolle Wolkenspiel

Nachdem am Samstag schon ein bisschen die Sonne immer wieder herausgeschaut hat, bin ich am Ostersonntag bei strahlendem Sonnenschein aufgewacht und zu den Elephant rocks gefahren, anschließend zu Maori-Felszeichnungen, die man nicht mehr wirklich sieht, dann über Otematata und Omarama nach Twizel, wo ich mir zwei Kugeln Eis zur Feier des Tages gegönnt habe. Danach gings auf direktem Wege nach Mt Cook village, wo ich mich ein bisschen nach Wanderungen erkundigt habe und auf dem DOC Camp den regnerischen Abend mal wieder im Auto verbracht habe.

Montag bin ich wieder bei Sonnenschein aufgewacht - ganz und gar nicht nach den Vorhersagen! Freudig bin ich somit zum Hooker Lookout gelaufen und konnte einen grandiosen Blick auf den Mount Cook genießen. Anschließend gings zum Tasman Glacier, Neuseelands größtem Gletscher mit 24km Länge. Den ganzen Tag konnte ich die Sonne genießen und habe mich auf den nächsten Tag gefreut, an dem das Wetter noch besser werden sollte und ich eine schöne Wanderung zur Mueller hut machen wollte. Leider wurde ich am Dienstag vom Regen geweckt und die tief hängenden Wolken konnten keine Besserung versprechen. Somit habe ich Mt Cook verlassen und bin nach Lake Tekapo gefahren, wo ich auf den Mount John gelaufen bin und die Aussicht genossen habe. Nachmittags bei strahlendem Sonnenschein konnte ich Kinder beobachten, die im See baden waren (naja, so warm ist es jetz auch wieder nicht...!)

Aoraki / Mount Cook auch wenn man mich nicht sieht: ich bin auch auf dem Bild! :-D Mal wieder die schönen Berge.. :-)

Da ich überraschenderweise für eine Woche nochmal einen Job bekommen habe, bin ich am Mittwoch ins Verkehrschaos Christchurch und nachmittags dann nach Akaroa geflüchtet, wo ich am Donnerstag bei schönem Wetter die Stadt genossen habe und mich mit Maren, die ich in Motueka kenne gelernt habe, getroffen. Freitag war ein gechillter Tag, Samstag gings nach Fairlie, wo ich am Sonntag meinen einwöchigen Job in einer Wäscherei angefangen habe. Meine Aufgaben waren unter anderem Waschmaschinen und Trockner be- und entladen, Handtücher falten, bath packs für die zu beliefernden Hotels packen, schmutzige Wäsche sortieren, Zeug in die Bügelmaschine geben etc. Durch meine krassen Arbeitszeiten (der schlimmste Tag war 8.00-17.00 Uhr, dann eine Stunde Pause und nochmal von 18.00-22.00Uhr arbeiten...!) habe ich nicht viel Freizeit gehabt, braucht man aber in dem Kaff auch nicht. Ja, am Montag gehts dann mittags mit der Fähre zurück zur Nordinsel und dann starten die letzten sechs Wochen hier in Neuseeland.. Da es hier auf der Südinsel vor allem nachts ziemlich kalt ist (wache seit ein paar Tagen regelmäßig mit Eis an den Autoscheiben auf), hoffe ich mal, dass es stimmt, was alle sagen, dass es auf der Nordinsel generell wärmer ist - wäre sehr sehr angenehm!

Meine Campingnachbarn letzten Freitag  

Und ich habe wieder etwas gefunden, was ich vermisse: ein Sofa, auf das man sich abends kuscheln kann, wenns draußen regnet oder kalt ist, oder wenn man einfach nur gemütlich wo sitzen möchte. Mein derzeitiges Sofa ist der Beifahrersitz von meinem Auto... ^^

Von Cromwell bis nach Stewart Island

Dienstag, 15.04.2014

Endlich ist er da, der neue Blogeintrag. Sorry für das längere Warten.

Also, nachdem ich Veronika in Wanaka abgesetzt habe und mir die Stadt und Umgebung anderthalb Tage angeschaut habe, bin ich am Montag Mittag nach Cromwell gefahren. Im isite habe ich mich wiedermal nach einem Campsite erkundigt und auch gleich einen Job auf einem vineyard für Mittwoch gefunden (danach muss erst geschaut werden, ob die anderen Trauben wirklich reif sind). Wunderbar. Abends habe ich mich dann im Camp mit den anderen unterhalten, die auch arbeiten, aber aus den gleichen Reife-Gründen nur hin und wieder. Ganz wichtig für Montag: es gab Fleisch! Welch ein Luxus! Normalerweise ist Fleisch voll teuer und aufgrund mangelnder Kühlmöglichkeit im Auto verzichte ich dann halt darauf, aber heute gabs voll günstiges Hühnchen, was man bitte sofort essen soll. Kein Problem :-)

Am Dienstag habe ich mir dann Cromwell und die Umgebung ein bisschen angeschaut und war im Schwimmbad - hach, war das toll mal wieder zu schwimmen :-)

Mittwoch war der große Tag der Arbeit. Nach einer kurzen Einweisung gingen wir ca 10 Leute in die Reben und haben chillig die Traubenbüschel abgeschnitten, für den Rosé, wie uns gesagt wurde.

mein Arbeits-orchard Weintrauben Managerin mit einem bin voller Trauben

Nachdem wir um halb vier schon fertig waren und vor nächster Woche keine Arbeit ist, bin ich nach Queenstown gefahren (völlig überlaufen! Der Lake Wakatipu ist zwar schön, der Rest ist halt Stadt und für mich nichts wirklich besonderes..) und habe dort abends auf dem DOC Camp mal wieder einen wunderschönen Sternenhimmel gesehen.

Lake Wakatipu Sonnenuntgangs-Wolken auf dem DOC Camp

Donnerstag bin ich dann auf den Queenstown Hill gelaufen, war in den Queenstown Gardens und hatte einen der berüchtigten Fergburger. Schmeckt echt super und man wird auch satt davon. Anschließend gings weiter nach Te Anau, wo ich abends ein bisschen am See entlang gelaufen bin.

Blick auf den Lake vom Queenstown hill ausDer Burger :-)

Freitag, nach einer grauenvollen Nacht mit Magenkrämpfen, wollte ich ein Stück des Kepler Tracks laufen, da ich schon nicht den gesamten Great Walk machen kann. Nach zwei Stunden hatte ich den dreieinhalb Stunden Weg hinter mir und habe glücklicherweise beschlossen, zum Carpark zurück zu hitchhiken, es hat dann nämlich erstmal richtig angefangen zu schütten! Bin dann weiter Richtung Milford Sound gefahren und bin auf einem Campsite gerade noch mit Kochen und essen fertig geworden, bevor ich mich für den Rest des Tages ins Auto verkrochen habe, um vor dem Regen zu fliehen. Leider konnte ich mir somit aber kein Wasser mehr für Tee oder eine Wärmflasche kochen, um meine Bauchschmerzen zu lindern..

Nach einer komplett verregneten Nacht bin ich am Samstag bei Wolken nach Milford Sound gefahren und habe eine scenic cruise gemacht. Trotz Wolken hat es sich gelohnt, wir haben viele tolle Wasserfälle gesehen, haben gelernt, dass der Sound eigentlich ein vom Gletscher geschaffener Fjord ist und zur Krönung sind gegen Ende Delfine vor / neben unserem Boot geschwommen :-) trotz allem muss ich sagen, dass mir das Einlaufen mit der Fähre in die Malborough Sounds besser gefallen hat. Etwas Gutes hatte es jedoch auch noch: ich weiß jetzt sicher, dass ich in Kaikoura (wenn ich da denn irgendwann ankomme) keine Whalewatching Tour mache, denn Boote sind einfach nichts für mich, damit sollte ich mich so langsam abfinden^^

Milford Sound Wasserfall spielende Delfine :-)

Auf dem Rückweg Richtung Te Anau habe ich mich dann nochmal über schöne Namen wie Kaka lookout oder Kakapo road gefreut.

Sonntag gings unspektakulär zurück nach Cromwell, um fit zu werden für den nächsten Arbeitstag am Montag. Hat leider nicht ganz geklappt, die Magenkrämpfe waren immernoch da, somit habe ich beschlossen, noch einen Tag zu warten und erst am Dienstag arbeiten zu gehen. Dienstag wurden dann erst weiße Trauben geerntet und später dunkle für den Pinot Noir. Haben uns sagen lassen, dass drei der großen weißen bins, die wir füllen, eine Tonne ergibt, woraus man etwa 750 Flaschen Wein bekommt. Beim Arbeiten am Mittwoch konnte ich mich dann nichtmehr zurückhalten und musste einfach von den leckeren Häppchen, Suppe und Muffins, die man dort spendiert bekommt, probieren - so einen Arbeitsplatz möchte ich immer haben! Nach acht Stunden Arbeit durften wir nach Hause und am Donnerstag Morgen bei eisiger Kälte weitermachen. Da dies der letzte Tag auf dem kleinen Orchard war, haben wir sogar ein Barbecue mit gegrilltem Lamm, Salaten, Baguette und Wein spendiert bekommen!!

Am Spätnachmittag bin ich Richtung Süden nach Gore gefahren und von dort aus am Freitag über Invercargill nach Bluff, wo ich meinen Rucksack gepackt habe, um am Samstag Morgen um neun die Fähre nach Stewart Island zu nehmen und den dreitägigen Great Walk zu laufen. Die Fahrt mit der Fähre war höchst abenteuerlich... Drücken wir es so aus, ich hatte eine gratis Achterbahnfahrt inklusive: Meterhohe Wellen haben das Boot von links nach rechts geworfen, über die Wellen gings plötzlich im Sturz wieder runter aufs Wasser und es gab so einige an Board, denen schlecht wurde... Meine Hoffnung war die ganze Zeit, dass wir die Schwimmwesten nicht brauchen! Die normalerweise einstündige Fahrt war nach etwa 75 Minuten beendet, unterwegs konnten wir Albatrosse und andere Zugvögel sehen, die gerade eine kleine Pause auf ihrer 64000km langen Reise machen. In Oban, der "Stadt" auf Stewart Island, bin ich dann losgelaufen, erst zum Startpunkt des Tracks und dann zur Port William Hut, insgesamt 12km. Nach etwa 4,5 Stunden, in denen ich viel Natur, Wald, Strand, Vögel etc gesehen habe, war ich froh, dem einsetzenden kalten Wind zu entkommen und habe versucht, in der Hütte ein Feuer zu machen.. Leider schwierig ohne Papier oder was zum Anzünden.. Später kam der Ranger und hat den Ofen angemacht, sodass es wärmer wurde.

Am Sonntag gings um neun Uhr bei strahlendem Sonnenschein weiter, durch Wald und Matsch. Einmal bin ich fast gestorben vor Schreck, als ich hinter mir (wo eigentlich keiner war) Getrampel gehört habe - ich dachte, es seien Hirsche, die es hier auf der Insel gibt, aber es waren nur zwei wahnsinnige Jogger.. Nach vier Stunden bin ich an der nächsten Hütte angekommen, habe Holz klein gespalten und diesmal mit Erfolg ein Feuerchen im Ofen gemacht, sodass sich die anderen drei Wandererinnen gefreut haben, als sie ankamen. Die Hütte hat eine total tolle Aussicht, die ich nachmittags bei strahlendem Sonnenschein genossen habe. Abends haben wir uns alle gemeinsam auf die Suche nach Kiwi(bird)s gemacht, leider erstmal erfolglos. Später, als ich nochmal zum Klo gelaufen bin, habe ich einen Kiwi weglaufen sehen, voll cool :-) Mitten in der Nacht musste ich nochmal aufs Klo (jaja, so ist das, wenn man abends zu viel Wasser trinkt) und hab mir vor Schreck fast in die Hose gemacht, als es plötzlich gepoltert hat und drei Hirsche aufgeschreckt weggelaufen sind. Wer von uns zittrigere Knie hatte, weiß ich nicht, wahrscheinlich ich... :-D

Am Montag war der letzte Tag der Wanderung, wieder bei bestem Wetter gings durch Wald und an Stränden entlang zurück nach Oban. Meine für 17Uhr gebuchte Fähre zurück zur Südinsel konnte ich auf 15.30 Uhr umbuchen, sodass ich nur drei Stunden warten musste und mir das kleine Örtchen angeschaut habe, in dem etwa 350-400 Menschen wohnen.. Die Rückfahrt mit der Fähre war eindeutig ruhiger als die erste Fahrt und nach einer Stunde waren wir wieder in Bluff.

:-) Achtung, Kiwis! Sieht sehr gemütlich aus, das Bett... Treppen hoch, Treppen runter - gutes beinmuskeltraining vom Wind verformte Bäume Ausblick von der zweiten Hütte

Ja, das wars von mir erstmal wieder.

 

Liebe Grüße, Simone

Along the westcoast

Montag, 31.03.2014

Am Dienstag war es endlich soweit, ich konnte weiterreisen- mit Veronika, der anderen Wwooferin aus Westport. Nach unseren täglichen Putzaufgaben sind wir um halb eins gestartet, erstes Ziel war ein kleiner Wanderweg zu den Fox Caves. Zweimal mussten wir einen Fluss durchqueren und waren dabei bis zum Oberschenkel im kalten Wasser, das kraftvoll dahingeströmt ist. Nachdem wir etwa eine Stunde gelaufen waren, hat es MEGA angefangen zu regnen und wir mussten ziemlich aufpassen, auf den glatten Steinen nicht auszurutschen. Klatschnass sind wir an der Höhle angekommen, trotz unserer Regenjacken - aber die Stalagmiten und Stalagtiten in der Höhle haben das wieder gut gemacht. Der Rückweg verlief einigermaßen regenfrei, allerdings hat der Fluss an Kraft gewonnen.. Aber gut, wir habens überlebt. Anschließend gings zu den Pancake Rocks, Felsen, die aus vielen kleinen Schichten bestehen und um die das Wasser spektakulär braust und peitscht.

Flussdurchquerung Veronika Fox Caves Pancake rocks ich und pancake rocks

Da wir uns am Dienstag nach den Pancake Rocks dazu entschlossen haben, gleich nach Arthurs Pass zu fahren (Berge - soooo kalt dort! :-D), hatten wir am Mittwoch Morgen keinen Stress, sondern konnten wundervoll um halb acht in der höchstgelegenen Siedlung Neuseelands frühstücken und um halb neun mit Hilke, einer Belgierin, die auch im Hostel war, die Wanderung "für trainierte Wanderer" zum Avalanche Peak starten. Eigentlich war es mehr klettern als wandern.. Es ging über Felsen steil bergauf, nach 1,5 Stunden sind wir aus der bushline (Ende der Buschvegetation) gekommen und weitere zwei Stunden bis zum Gipfel gekraxelt. 1000 anstrengende Höhenmeter haben wir überwunden! Bei bestem Wetter und wenig Wind konnten wir oben im t-shirt die gigantische Aussicht genießen, was essen und uns für den Rückweg ausruhen. Der Weg nach unten war fast genauso steil und wir haben uns manchmal gefragt, ob wir überhaupt je unten ankommen. Wir sind angekommen, geschafft, fix und fertig, aber glücklich :-)

Am Donnerstag gings nach einem kurzen Ausflug zu nem Wasserfall 

nach Hokitika, wo wir einkaufen waren, zur Hokitika Gorge gefahren sind und abends nach dem Sonnenuntergang in der Glowworm Dell waren, damit Veronika auch mal Glowworms sieht. Schöne Nachrichten von daheim haben mich dann abends zusätzlich gut einschlafen lassen.

Hokitika Gorge sunset

Freitag gings weiter in den Süden ins Gletscherland. In Franz Josef village war das Wetter leider auch bewölkt, wie schon bei unserer Abfahrt in Hokitika, somit ist mein geplanter scenic-Heliflug über die Gletscher gestorben. :-( sehr schade, aber bei dem Wetter hätte sich das meiner Meinung nach einfach nicht gelohnt. Daher sind wir halt nur zum weitestmöglichen Punkt an den Franz Josef Glacier gelaufen. Dafür habe ich (Veronika wollte nicht) am Samstag ein saucoole Gletscherwanderung am Fox Glacier gemacht :-) um 9.15 Uhr haben wir 18 Leute, die gebucht haben, die Einweisungen bekommen, Spikes, um auf dem ice zu laufen etc. Mit dem Bus gings zum Gletscher, wo wir in zwei Gruppen aufgeteilt wurden und losgelaufen sind. Ich war in der Gruppe von Kat, einer Australierin, die gerade seit zwei Jahren Urlaub von ihrem Job daheim macht :-D zuerst gings den normalen offiziellen Weg entlang, dann wurde die Absperrung zum Part mit den geführten Touren überquert und es ging in Richtung Eis. Viele beunruhigende Geschichten über Steinrutsche, einer davon vor zwei Wochen, wurden uns erzählt, während wir übers Eis gestapft sind, an Eishöhlen vorbei, über Gletscherspalten etc. Zum Glück habe ich mir diese Woche eine Mütze gekauft, die ich hier im Herbst und Winter garantiert brauchen werde! Handschuhe konnte ich ausleihen. Eis ist ziemlich kalt.! Am höchsten Punkt, zu dem wir ohne Klettern kamen, wurde kurz Reinhold Messner gespielt und dann kam der Rückweg. Es war eine supertolle Erfahrung!

Franz Josef Glacier Fox Glacier unsere Eisstufen Kat beim Stufen schlagen Reinhold Messner in einer (ziemlich kleinen) Eishöhle Eishöhle von oben

Sonntag sind wir dann nach Wanaka gefahren, wo wir unterwegs beim Lake Matheson, dem am häufigsten fotografierten See Neuseelands, gestoppt haben. Zudem haben wir noch einen Wasserfall und blue pools angeschaut, haben die lakes Hawea und Wanaka bestaunt, die in unglaublich schöner Landschaft liegen und haben zwischenzeitlich immer wieder gezittert, ob das Benzin reicht. Die Südinsel ist nämlich nicht so wirklich bevölkert, zumindest an der Westküste, sodass man immer wieder Schilder findet wie "last fuel for next 140km" - und die verkaufen das Benzin natürlich sauteuer, was immer dazu veranlasst, möglichst wenig zu tanken und zu hoffen, dass es beim nächsten Ort günstiger ist. Ja, und dann fährt man wieder 70km durch die Landschaft, bevor man einen Bauernhof sieht und danach nochmal 30 km nix kommt. Veronika bleibt jetzt in Wanaka, wo sie im nächsten Hostel wwoofen kann, während ich mich die nächsten Tage irgendwo auf Jobsuche machen werde.

Lake Matheson Lake Hawea ein bisschen Herbst im ansonsten meist immergrünen Neuseeland

Soviel von mir. Spontan muss ich gestehen, dass ich heute irgendwie nix wirklich vermisse.. Auch schön ;-)

Bis demnächst!

 Simone 

Wwoofing im TripInn Hostel Westport

Sonntag, 23.03.2014

Die letzten elf Tage waren wirklich entspannt: das TripInn Hostel ist wirklich ein tolles Hostel. Es hat kostenlose frische Gewürze im Garten, eine schöne große Küche, einen tollen Wohn-Ess-Bereich, Billard, Tischtennis und Dart. Ich war hier als wwooferin kostenlos untergebracht, hatte freies Internet und konnte kostenlos meine Wäsche waschen, dafür musste ich lediglich zwei Stunden am Tag mit Veronika, der zweiten aus Frankreich kommenden wwooferin hier, die Küche putzen (das beinhaltet Geschirr von den Unfähigen abwaschen, die das einfach stehen lassen, Oberflächen reinigen inklusive Herd, Mikrowelle, Ofen, Spülbecken und zuletzt Boden putzen), anschließend Zimmer und die common areas wie Speiseraum, Wohnzimmer, Gänge saugen und zuletzt Wäsche, also Handtücher, Geschirrtücher und Bettzeug zusammenlegen. Meistens relativ entspannt, wenn nicht nervige Leute während die Küche eigentlich geschlossen ist meinen, ihr Frühstück richten zu müssen - die Leute mussten wir dann halt leider höflich bitten, nach halb zwölf, wenn die Küche wieder geöffnet ist, zurück zu kommen.

Hostel Rückansicht Gartenunser Zimmer, mit Veronika links

Den Nachmittag ab halb eins hatten wir immer frei. Leider gibt es in Westport nicht so wirklich viel zu tun, sodass wir meist gelesen, Tischtennis oder Billard gespielt oder auch mal einen kleinen Ausflug zum spazieren gehen und wandern gemacht haben. Beispielsweise sind wir den charming creek walkway gelaufen. Da es kein Rundweg ist, hatten wir den Plan, vom Endcarpark dann wieder zu meinem Auto zurück zu hitchhiken, leider war aber der Endparkplatz 10km vom highway entfernt, sodass wir den Wanderweg wieder zurück gelaufen sind - ging schneller.. Somit hatten wir eine viereinhalbstündige Wanderung durch eine interessante Schlucht und durch langweilige Wiesen.

typische Brücke über die Schlucht - ziemlich wackelig wenn man rennt :-p Wasserfall hmm, lecker... :-DStrand und Tasman sea Westportwar meeega windig an dem Strand!

Eine weitere unserer Aktivitäten war ein surfkurs :-) ziemlich lustig, wahrscheinlich hauptsächlich für unseren instructor :-D manchmal hab ich es doch glatt geschafft, aufs board zu stehen... So für drei Sekunden oder so... War aber auf jeden Fall ein lustiger und lehrreicher, wenn auch anstrengender Nachmittag, den ich hoffentlich irgendwann in meinem Leben wiederholen kann!

...da sollen wir surfen? ziemlich große Wellen... Schnappschuss - ich stehe! :-D kleines Päuschen aufm board immerhin das Bretttragen sieht professionell aus ;-)

Ja, ab morgen, Montag, werden Veronika und ich für ein paar Tage gemeinsam die Westküste weiter runter reisen, da wir die gleichen Pläne haben und ich somit Benzinkosten mit ihr teilen kann ;-) sehr praktisch!

 

Achja, ich vermisse hier auch Kleiderauswahl... Seit über vier Monaten habe ich immer die gleichen vier T-shirts und drei Tops an, die Hosen sind auch nicht abwechslungsreicher. Ziemlich öde!

 

Bis ein andermal!

 Simone

Wandern und Natur genießen :-)

Freitag, 14.03.2014

Mal wieder liegen wanderreiche Tage hinter mir: am Sonntag war ich noch schnell auf dem Motueka sunday market, um mir etwas Gemüse zu kaufen, welches günstiger ist als im Supermarkt (vor allem Paprika.. Im Supermarkt zahlt man $2 für eine, auf dem Markt hab ich vier für $2,50 bekommen). Dann gings nach Ngatimoti und steil bergauf zum Flora carpark (auf 940m). Von dort aus gings 9,2km zum Mount Arthur summit, anfangs stetig leicht bergaufwärts durch den Wald, nach etwa 4km kam ich aus dem Wald raus und bin durch die Herr der Ringe Landschaft gelaufen. Nach insgesamt drei Stunden kam ich am summit an, auf 1795m Höhe, und war da tatsächlich ganz allein :-) ich kam gerade noch rechtzeitig, um ein bisschen die Aussicht zu genießen, bevor der Berg in Wolken eingeschlossen wurde. Es war so ruhig die ganze Zeit! Insgesamt (auf dem Weg hoch und runter) habe ich 14 Leute getroffen, ansonsten hört man nur seine eigenen Schritte, den Atem, Vögel, Grillen, Bienen und den Wind. Grandios! Nachdem ich wieder beim Auto war, bin ich zu den Nelson lakes gefahren, wo ich auf einem tollen DOC-Campsite geschlafen habe.

das Ziel: Mount Arthur Landschaft kleiner Aufstieg So viel Platz in der Herr der Ringe-Welt das Ziel rückt näher tolle Aussicht von ganz oben einziehende Wolken

Am Montag war ich nach einem gemütlichen Frühstück erstmal beim DOC-Visitorcenter, um mich über meine Wanderungen für die nächsten Tage zu informieren. Nach der großen Wanderung vom Vortag habe ich nur einen kleinen Spaziergang am Seeufer entlang gemacht, Postkarten geschrieben, die Sonne genossen und mich von sandflies und einer Hummel stechen lassen. Große Lektion des Tages: ein Türrahmen ist nicht zwingend notwendig, um sich den kleinen Zeh (an)zubrechen oder zu verletzten, funktioniert auch, wenn man beim Aufstehen an der Picknickbank hängen bleibt :-D

Lake Rotoiki, einer der Nelson lakes

Dienstag kam wieder eine größere Wanderung: nachdem ich beim Mt Robert Carpark ankam, habe ich den weisen Rat eines Ehepaars auf dem campsite befolgt und bin über den wohl weniger anstrengenden Paddys Track zum Mount Robert gelaufen. Es ging ständig durch die Sonne, stets bergauf. Nach etwa anderthalb Stunden, in denen ich das Paar mit dem tollen Tipp am liebsten verflucht hätte, kam ich oben an. Tolle Blicke auf den Lake Rotoiki und die Berge haben den Aufstieg wiedermal belohnt. Auf dem Weg nach unten konnte ich ihren Tipp dann nachvollziehen :-) nach zwei Stunden und 40 Minuten kam ich wieder am carpark an - das war eine schnelle fünfstündige Wanderung! Nachmittags wurde dann wieder relaxed und etwas Reiseplanung gemacht.

habe gerade herausgefunden, wie man Bilder dreht :-D also, hier der Aufstieg zum Mount Robert Lake Rotoiki von oben

Am Mittwoch bin ich früh aufgestanden und durch den Wald am See entlang zu den Whisky-falls gelaufen. Wieder zurück am Auto ging die Reise weiter nach Murchison und von dort aus zu den Maruia falls und der Buller Gorge swingbridge, Neuseelands längster swingbrigde. Geschlafen habe ich wieder auf einem DOC-Campsite, wo ich mich abends mit einem unterhalten haben, der gerade mit dem Fahrrad die Südinsel durchreist.

Weg Wasserfall Maruia-falls NZ's longest swing bridge bisschen wackelig beim Drüberlaufen :-) das wäre die perfekte Brücke für Papa :-D Buller river

Seit gestern, Donnerstag, bin ich in Westport, wo ich die nächste Zeit in einem Hostel für freie Unterkunft zwei Stunden am Tag arbeite.

 

Was ich heute vermisse: turnen! Das wird was, wenn ich wieder zurück komme.. Dann rolle ich wahrscheinlich erstmal in die Turnhalle und kann mich nicht mehr richtig bewegen :-D wenigstens meine Beinmuskulatur ist vom vielen Wandern gestärkt..

Herbstanfang Neuseeland

Samstag, 08.03.2014

Holla die Waldfee, die Natur hier in Neuseeland nimmt's aber ganz genau. Am 01.03. war offizieller Herbstanfang und seither ists auch irgendwie kühler geworden! Nachts wirds teilweise echt frisch im Auto, morgens ists auch kalt, man muss sogar ne lange Hose anziehen! Man wacht auch schon mal bei 5°C auf... Manchmal kann man seinen Atem sehen in den Morgenstunden, es regnet immer wieder, windet auch, wird tagsüber zwar noch warm/heiß, aber nicht mehr so krass wie Ende Februar. Dann bin ich ja mal gespannt auf die nächsten Herbstmonate und auch auf die 17 Tage Winter, die ich im Juni hier noch erleben werde! Wenigstens brauche ich dann irgendwann meinen Fleecepulli und die Softshelljacke und hab sie nicht umsonst mitgenommen..

Naja, am Freitag, 07.03., hatte ich meinen letzten Arbeitstag auf dem Apple orchard, wo ich gekündigt habe, nachdem ich Stress mit dem Chef hatte. Meine Knie bedanken sich, die tun nämlich echt weh von dem ganzen Leiter hoch, Leiter runter, in die Knie gehn, aufstehen, mit schwerem bag zum bin laufen etc.

Ab morgen geht vorerst das Reisen wieder los, wenn auch nur für kurze Zeit, weil ich dann wieder nen neuen Job suchen muss, um weiter Geld zu verdienen.

 

Mein Vermiss-Ding für diesmal: mein Fahrrad! Mein ganzes Leben lang bin ich überall wo's ging mit dem Fahrrad hin gefahren, hier in Neuseeland geschieht das alles zu Fuß. Manche Hostels haben zwar einen gratis Fahrradverleih, aber in entsprechendem Zustand befinden sich diese Räder halt auch, Reifen platt, Gangschaltung funktioniert nicht, Bremsen sind auch nicht immer die besten. Da freue ich mich doch wirklich auf mein geliebtes Fahrrad daheim :-) 

Bilder gibts heute nicht, habe ein upload-Problem. Werde es vielleicht  noch irgendwann versuchen hinzuzufügen in den nächsten Tagen.

So, hier das Bilder-Update:  Brookfield Äpfel mehr Brookfild Äpfel mein Weg zur Arbeit der besagte kalte Morgen - Schnee auf den Bergen! Hostel white elephant

Apple Picking Motueka

Dienstag, 25.02.2014

Es wird Zeit für das nächste Neuseeland-Update. Nach dem Abel Tasman Great Walk haben sich Shantis und meine Wege (vorerst) getrennt, sie ist nach Nelson um ihre Südinsel-Reise fortzusetzen und ich bin in Motueka geblieben, in der Hoffnung, einen Job zu finden (da hier seeeeeehr viele Apfelplantagen sind und somit pünktlich zum Erntebeginn viel Arbeit ist), was sich allerdings anfangs nicht wirklich leicht angehört hat, da alle Stellen schon vergeben waren. Somit stand ich vor der Entscheidung doch weiter zu reisen und mir woanders einen Job zu suchen oder hier zu bleiben und zu hoffen, dass sich etwas ergibt. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden und siehe da - es war richtig! Schon am nächsten Tag habe ich einen Job gefunden und am Donnerstag gings los auf dem apple orchard: Apfelernte! Zuerst waren wir beim sogenannten first pick, das heißt nur die wirklich dunkelroten Äpfel dürfen gepflückt werden, ein Apfel muss mindestens zu 60% dunkelrot sein. Beim second pick, der hoffentlich bald bei allen Apfelsorten startet, darf dann alles vom Baum runter. Die Arbeit ist körperlich ziemlich anstrengend. Man hat eine bag vor sich (quasi ein offener Rucksack am Bauch), muss von unten, Mitte und oben vom Baum ernten und die bags dann in den Holz-bin leeren - natürlich sehr vorsichtig, damit die Äpfel keine Druckstellen bekommen. In eine bag passen nach meiner Zählung etwa 100 Äpfel (Royal Gala), somit könnt ihr euch das Gewicht vorstellen, das da vor einem hängt - wie schwanger zu sein mit nem Riesen-Baby! Ich bin froh, durch das Turnen ein einigermaßen gut ausgebautes Muskelnetz zu haben, trotzdem spüre ich die Schultern. Auf der Leiter macht man die bag automatisch nur halb voll.. In eine bin passen 22 bags rein. Und das riecht sooooo lecker nach Apfel alles :-) mein erster Arbeitstag war euphorisch und hoch motiviert, habe drei bins geschafft, was für ein Mädel und dazu noch am ersten Tag wohl supergut ist :-) das motiviert natürlich noch mehr, auch wenn die Euphorie langsam schwindet. Reich wird man bei dem job nicht, man wird nicht nach Stunden sondern nach gefüllten bins bezahlt, dh je schneller desto besser. Allerdings ist das halt auch schwierig, da mit der Zeit die Kräfte nachlassen und die Hitze zunimmt. Aber ich hoffe, das relativ lange machen zu können, um meine Weiterreise zu finanzieren. Am Montag haben wir die Apfelsorte geändert und haben den second pick bei den Cox Äpfeln angefangen. War ziemlich frustrierend, da die Äpfel kleiner sind und es somit länger geht, bis man eine bin voll hat. Bei dieser Apfelsorte passen 170-180 Äpfel in eine bag. Ja, man hat viel Zeit zum Nachdenken und Zählen..

Apfelbaumreihe bag bin doofes selber-fotographier-Bild Apfelbaum (ja ich weiß, mit der typischen Baumform hat das wenig zu tun. ist aber dafür erntefreundlicher) nochmal Baumreihe

Wohnen tue ich momentan halb im Auto und halb im Hostel: da es günstiger ist, im Auto zu schlafen anstatt in einem Zimmer, habe ich diese kostensparende Version gewählt, zudem wird man dann nicht die ganze Zeit geweckt von schnarchenden Zimmergenossen und so. Trotzdem kann ich alle Hostel-facilities nutzen, also Küche, Bad, Wohnzimmer, Waschmaschine etc.

 

Ab heute bekommt ihr auch jedes Mal eine Sache, die ich hier in Neuseeland vermisse und worauf ich mich riesig freue, wenn ich es in Deutschland wieder habe (übrigens in weniger als vier Monaten...!). Für heute: ein Frotteehandtuch! Microfaser-Handtücher sind zwar klein, praktisch und trocknen auch, allerdings fehlt das Flauschige und einfach das Handtuch-Gefühl.. Habe mir schon überlegt, mir hier ein Frotteehandtuch zu kaufen, da ich ja nun dank Auto keine Transportprobleme mehr habe, aber erstens vertraue ich der Qualität nicht so ganz (wenn das so ist wie mein Geschirrhandtuch, dann bin ich danach noch gleich nass) und zweitens habe ich das Auto ja nicht bis zum Schluss und somit am Ende wieder ein Transportproblem.

 

Wie ihr euch schon vorstellen könnt, wird es, solange ich arbeite, nicht wirklich viel zu berichten geben, es sei denn ich habe wieder eine neue spannende Apfelsorte :-D weiß nicht genau, wie lange ich diese Arbeit durchhalte, werde aber versuchen euch auf dem Laufenden zu halten.

 

Viele Apfelgrüße aus Motueka - und immer dran denken: jeder neuseeländische Apfel, den ihr esst, könnte von mir gepflückt worden sein ;-)

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